Medizin-Netz wird ausgebaut

Medizin-Netz wird ausgebaut

Bilanz des Gesundheitsprojektes PORT Willingen/Diemelsee

VON JULIA RENNER

Waldeck-Frankenberg – Die medizinische Versorgung im Landkreis zukunftsfähig gestalten. Angebote verbessern und vernetzen: Das sind Ziele des Projekts PORT Willingen/ Diemelsee. PORT betreut mittlerweile 60 Klienten, das Angebot soll jetzt ausgebaut und ein weiterer Mitarbeiter eingestellt werden, sagt Geschäftsführerin Katharina Kappelhoff. Von der Robert Bosch Stiftung gibt es bereits die Zusage. PORT über weite re drei Jahre zu fördern. Das Gesundheitsnetzwerk PORT – die Abkürzung steht für patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung – ist das erste im Landkreis. Doch ein Ziel sei es, solche Gesundheits- netzwerke auch in anderen Teilen Waldeck-Franken- bergs einzurichten, sagt Ka- tharina Kappelhoff. Dort hel- fen Mitarbeiter bei der Suche nach Pflegediensten, Förder- möglichkeiten, barrierefrei- en Wohnungen und beraten Angehörige, ebenso wird auf Prävention gesetzt, damit die Einwohner insgesamt länger gesund bleiben. 60 Klienten würden derzeit betreut. allerdings in unter- schiedlicher Intensität. Man- che brauchen lediglich ein- mal eine Beratung, andere werden über Monate beglei- ter Das PORT-Angebot ist stets kostenlos.

„Wir sind positiv über- rascht, wie gut es läuft“. sagt Kappelhoff. Ärzte. Apotheker. Therapeuten, Pflege dienste und -einrichtungen in den beiden Kommunen seien engagiert und moli- viert, die Rückmeldungen auch von den Klienten seien positiv. Und: „Der Bedarf ist riesig”, so Kappelhoff. Deshalb wird das Gesundheitsnetzwerk ausgebaut. Präventionsangebote für Schwangere und jüngere Kinder würden fehlen, hätten Be- fragungen gezeigt. Beispielsweise soll nun ein Stillcafe eingerichtet werden, in dem sich werdende Mütter austau- schen können. Weil es wenig frühkindliche Angebote gebe, sollen Kurse zu Ernährung und Motorik für Kinder entstehen. Eingestellt werden soll ein Ehrenamtskoor- dinator. der sich um Bedarfe vor allem Alterer kümmert. Umgesetzt werden sollen all diese Angebote, wie bislang auch, nicht vom Gesundheitsnetzwerk selbst. sondern von Kooperationspartnern. Kosten, die dabei für Patienten entstehen. würden von den Krankenkassen übernommen.

Förderung läuft drei Jahre länger

Seit 2017 fördert die Robert Bosch Stiftung vier PORT-Gesundheitsnetzwerke in Deutschland. Für Willingen/Diemelsee hat die Stiftung 250 000 Euro bereitgestellt. Das Geld wurde laut Katharina Kappelhoff hauptsächlich in Personal investiert. Im September endet die Förderung offiziell. Allerdings: Schon jetzt habe die Stiftung signalisiert, dass die Förderung für weitere drei Jahre bestehen soll. Wie viel Geld das Gesundheitsnetzwerk dann bekommt, ist aber noch unklar.